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Der Tag, an dem das Licht ausgeht


Koppinos Gedanken zu fossilen Energiequellen, Krieg und Coca Cola

Unter Energie versteht man die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten. Energieträger sind zum Beispiel Kohle, Gas, Erdöl und Uran. Jedes Land benötigt diese Energieträger in der einen oder anderen Form, insbesondere aber die Länder der nördlichen Hemisphäre - um den errungenen Vorsprung und Wohlstand zu sichern, wie es oft heißt.

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Der Weltenergieverbrauch wird anteilig gedeckt durch Erdöl zu 36%, Kohle zu 21%, Erdgas zu 21 % und Atomenergie zu 7% — die restlichen 15% verteilen sich auf diverse regenerative Quellen, wie Wasser, Wind, Gezeiten oder auch Biobrennstoffe.

Diverse Gremien prognostizieren, dass der Energiehunger der Welt bis 2030 um 60% zunehmen wird. Das ist problematisch und erfordert eine Lösung. Vor allem an den fossilen Brennstoffen haben nicht nur Länder wie China und Indien, sondern auch andere Länder weltweit Interesse.

Knappe Ressourcen

Doch fossile Rohstoffe sind ein kostbares, knappes Gut. Die Schätzungen, wie lange ihre Vorkommen noch reichen, gehen weit auseinander. In einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi; Stand 2000) wurden folgende Zahlen ermittelt: Öl soll noch circa 42 Jahre reichen, Gas noch 65 Jahre und Kohle noch 169 Jahre. Diese Zahlen liegen im Schnitt anderer Studien und Schätzungen, die mit dem Versiegen der fossilen Rohstoffe in den nächsten 14 bis 140 Jahren rechnen. Die Hälfte der Vorkommen soll mittlerweile erschöpft sein. Peak Oil (Ölfördermaximum) nennen Experten den Zeitpunkt, von dem an die globale Ölfördermenge kontinuierlich abnimmt.
Dabei ist gerade Öl die Substanz, die den „Motor der Wirtschaft“ schmiert. Die Gewinnung und der Transport von Öl sind einfacher, als z.B. die Förderung von Kohle. Die Bedeutung von Erdgas stieg vor allem in den letzten Jahren, europäische Importländer wie Frankreich, Deutschland und Italien decken einen wachsenden Teil ihres Energiebedarfes damit.

Die o.g. Prognosen beruhen jedoch auf aktuellen Verbrauchswerten, den weltweit wachsenden „Hunger nach Energie“ berücksichtigen sie nur mangelhaft.

>Die fossilen Schätze liegen dabei vorwiegend im Nahen Osten und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Der Nahe Osten soll über 67% allen Öls und 29% allen Erdgases verfügen, die Länder der ehem. Sowjetunion über 43% der Gasvorkommen.

Auch Länder wie Norwegen und England verfügen über Rohöl, in Nordamerika, Afrika und Südamerika gibt es ebenfalls Öl- und Gasvorkommen.

Da aber die Ölreserven in Europa im nächsten Jahrzehnt (in 10 bis 13 Jahren), in den USA und Kanada in den nächsten zwei Jahrzehnten und in Russland in gut dreißig Jahren verbraucht sein dürften, gewinnen die Ölvorkommen in Asien, Afrika und Südamerika für die westlichen Industrienationen zunehmend an Bedeutung.

Die Situation in den USA

Schon heute werden 57% des US-Ölbedarfs importiert, aus Kanada und Mexiko, aus Venezuela, Saudi-Arabien und anderen Ländern der Golfregion. Die USA rechnen selbst damit, ab 2020 bereits zwei Drittel ihres Eigenbedarfs importieren zu müssen.

Aktuell verbrauchen sie 19,6 Millionen Barrel pro Tag, und sind mit 14% Importen aus der Golfregion nur der drittstärkste Abnehmer nach Asien (runde 60%) und Europa (22%), doch das könnte sich in Zukunft deutlich ändern. (Stand: 2004)

Dennoch setzt die Bush-Administration weiter unbeirrt auf die fossil-atomare Strategie, um Energie- und Umweltprobleme in den Griff zu bekommen. US-Konzerne und Ölmultis begrüßen diese Entscheidung.

Globale Situation

Wir halten also fest: Die fossilen Energievorräte werden einerseits knapper, andererseits steigt ihr Verbrauch und die Zahl der Abnehmer, da der (kapitalistische) „Wohlstand“ nun auch Länder wie z.B. China und Indien erreicht.

Die absehbare Folge davon ist, dass die Preise steigen - das haben wir bereits im letzten Sommer erlebt, als der Ölpreis zeitweise auf 70 Dollar pro Barrel stieg.

Das wiederum heißt, nur Länder mit genügend Kapital können Öl kaufen und sind zudem noch dem Wechselkurs der eigenen Währung zum Dollar ausgeliefert.

Selbst die Länder, in denen es Öl gibt, können leer ausgehen, da oft transnationale Konzerne die Rechte an Ölquellen besitzen und nur der, der auch zahlt, Öl bekommt.

Die Ölwährung - der Dollar

Schon seit April 2002 werden Stimmen laut, die Handelswährung des Öls auf Euro umzustellen, was selbst in der OPEC diskutiert wurde. Auch über eine „Nahostwährung“ nach dem Vorbild des Euros wurde in der Golfregion nachgedacht.

Doch solche Manöver wussten die USA – nicht zuletzt durch den Einmarsch in den Irak - zu vereiteln, als der inzwischen hingerichtete irakische Präsident Saddam Hussein plante, ab Frühjahr 2004 den Ölhandel des Landes in Euro umzustellen.

Stellung der G8
Eines der zentralen Themen der G8 bzw. ihrer Vorgängerorganisationen G6 und G7 ist seit der Konstitution der Gruppe im Jahre 1975 die Energiefrage.

Dabei verklausulieren sie dieses Thema mittlerweile unter dem kuriosen Namen „Energiesicherheit“. Was bedeutet das, was haben sie vor?

Leider sind die Protokolle der G8-Sitzungen nicht öffentlich einsehbar, doch eines steht fest: man will die Energievorräte für sich selbst sichern. Aber wie sichert man Energie? Man braucht entweder freundlich gesinnte Geberländer oder ein starkes Militär, wie das der USA.

Hellhörig machte ein Artikel in der „Jungen Welt“ vom 1. Februar 2007 mit dem Titel: „Härtere Bandagen“.

Darin ging es um das Weißbuch der Bundeswehr, das im letzten Herbst erschien und um die bisher nicht ratifizierte EU-Verfassung. Daraus waren einige Auszüge zitiert , in denen es um Europas Militär, die Sicherung von Energie bzw. „Wohlstand“, die offene Marktwirtschaft und den freien Wettbewerb ging. Dabei stand natürlich die Verteidigung der europäischen Energieinteressen im Vordergrund - bzw. der Schutz ölfördernder Unternehmen.

Joachim Würmeling, CSU-Staatssekretär im Wirtschaftsministerium fordert so z.B. ganz ungeniert: „… im globalen Kampf um Energiequellen härtere Bandagen anzulegen.“

Außenminister Steinmeier von der SPD drückt sich auf der Europakonferenz im November 2006 etwas vorsichtiger aus, wenn er sagt: „Der Kampf um immer knapper werdende Rohstoffe und Ressourcen birgt erhebliches Konfliktpotential.“ , um dann deutlicher zu werden: „Die globale Konkurrenz bedroht europäische Sozialstandards.“

Die Lösung lieferte Steinmeier am Ende seiner Rede: „Europa kann und wird nur dann eine Friedensmacht sein und bleiben, wenn wir auch die entsprechende politische, wirtschaftliche und in Grenzen auch militärische Stärke auf die Wagschale bringen.“

(Auch der EU-Einsatz im Kongo drehte sich, wie man weiß, um Konzerninteressen und die Sicherung von Bodenschätzen des Landes wie Mangan, Uran und Chromerzen, die „Sicherung freier Wahlen vor Ort“ diente als Bemäntelung und Augenwischerei des Militäreinsatzes.)

Die CDU/CSU-SPD-Positionen von Würmeling und Steinmeier lassen erkennen, dass es nicht nur den USA, sondern auch Deutschland genauso wie dem Rest der G8 darum geht, die Versorgung mit Öl und anderen Bodenschätzen nicht abreißen zu lassen. Genau das wird unter „Energiesicherheit“ verstanden.

Umwelt

Die Förderung von Öl sorgt für die allgemein bekannten Schäden: Verschmutzung von Böden durch sickerndes Rohöl und Verschmutzung von Gewässern durch Tankerunglücke – eine Gefährdung von Grundwasser, Flora und Fauna, die sich in der Nahrungskette fortsetzt. Verschmutztes Wasser führt zudem zu Seuchen, umweltflüchtigen Menschen, unbrauchbarem Ackerland, zu Konflikten um sauberes Wasser und in der Konsequenz dazu, dass Wasser in die betroffenen Regionen importiert werden muss.

Hinzu kommt die Belastung der Atmosphäre durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe bei Transport und Nutzung.

Andere Umweltprobleme durch Industrie und industrielle Landwirtschaft

Außer Acht lassen darf man auch nicht andere, von der Energiegewinnung unabhängige Umweltschäden: z.B. die Rodung der Regenwälder zum Ackerbau – wie in Brasilien zum Sojaanbau, der dann in die EU exportiert und zu fast 90% zur Nutztierfütterung verwendet wird.

Der Wassermangel wird laut „Atlas der Globalisierung“ (Le Monde) in den nächsten Jahren auch Europa stärker betreffen. Wasser wird in Zukunft verstärkt importiert werden müssen, was zur Zeit schon in geringem Maße geschieht. Welche Interessen dahinter stehen, wurde während des sogenannten „Wassergipfels“ 2000 in Den Haag deutlich, als Wasser zur Handelsware erklärt wurde und nicht etwa ein Menschenrecht ist, wie von sozialen und alternativen Gruppen gefordert wird. Nur wer zahlt, bekommt Wasser! Coca-Cola zum Beispiel akquiriert in Afrika Wasserbestände und die mittellose Bevölkerung muss verschmutztes Wasser trinken.
Ähnlich wie beim Öl können nur Länder mit ausreichend Kapital über gutes, sauberes Wasser verfügen, andere gehen leer aus oder müssen mit schlechterer Qualität vorlieb nehmen. Insbesondere die Industrie hat einen hohen Wasserverbrauch, der teilweise in Verschwendung mündet. Allein die Produktion eines einzigen Autos benötigt soviel Wasser, wie eine vierköpfige Familie in Deutschland jährlich konsumiert.

Fazit
Ich denke, jeder kann etwas tun! Nicht nur mit Protest und Aufklärung über die Probleme der fossilen oder atomaren Energieträger und die Rolle der G8.

Vor einiger Zeit wurden im Stern, der sich gerne als linksliberal darstellen möchte, ökologische und biologische Stromanbieter und -Initiativen verurteilt. Unter einem Bild einer Windradlandschaft fragte man sinngemäß: „Wer möchte, dass es bald überall so aussieht?“ Die Frage, ob ein AKW in der Landschaft besser „aussieht“, stellte keiner der findigen Redakteure.

Bei sich selbst kann jeder anfangen, etwas zu tun. Z.B. indem er sich über seinen Stromanbieter informiert und ihn bewusst wählt, um sich eventuell gegen fossile und atomare Energie zu entscheiden. Auch wenn man damit kein angeblich
regionales Unternehmen unterstützt, denn es ist festzuhalten, dass es in Deutschland nur vier große Energielieferanten und deren Töchter gibt, neben einer handvoll alternativer Energieanbieter.

Oder man versucht, weniger Strom und Benzin zu verbrauchen, was natürlich nicht immer einfach ist und einen als „Geizkragen“ scheinen lässt. Energie bewusst zu verbrauchen ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Man sollte dazu stehen, kein Verschwender zu sein.
Auch wenn man regionale Produkte denen, die aus China oder Übersee kommen, vorzieht, hat das mit Energie und Umwelt zu tun. Gerade wenn man als Verbraucher begreift, dass man durch sein eigenes Handeln Politik und Wirtschaft beeinflussen kann, beginnt man, bewusster zu handeln.

Quellen

Koppino
Dieser Eintrag wurde am Samstag, den 9. Juni 2007 von pony_huetchen geschrieben und in die Kategorie Allgemein eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von JohnD am 9. Juni um 13:17 Uhr

Hierzu ein sehr guter Film:

“Oil, Smoke and Mirrors”

http://video.google.de/videoplay?docid=8677389869548020370

Kommentar von Bugs am 9. Juni um 13:29 Uhr

We have previously scientifically exposed the scam behind peak oil. Here is a 1 hour+ audio clip featuring Alex Jones’ comments on peak oil and then the analysis of respected scientific commentator Dr. Nick Begich who presents evidence to suggest the idea of Peak oil is artificial.

A dangerous fallout precedent being set is that people on both the left and right believe wars are being fought in order to tap the last reserves of oil on the planet. The “coalition of the willing”, whoever they may be for any given war, will not pay particular attention to refuting this claim because it allows them a reason to start and continue said war.

Even though many will see it as immoral, many will subconsciously attach it as a reason for the war. In reality the war is purely for profit, power and control, oil can be a part of that, but only if the peak oil claim is upheld.

If we continue to let the corrupt elite tell us we are wholly dependent on oil, we may reach a twisted situation whereby they can justify starvation and mass global poverty, perhaps even depopulation, even within the western world due to the fact that our energy supplies are finished.

Auch interessant wie ich finde. http://www.prisonplanet.com/archives/peak_oil/index.htm

Kommentar von Rico am 9. Juni um 13:43 Uhr

[…Bei sich selbst kann jeder anfangen, etwas zu tun. Z.B. indem er sich über seinen Stromanbieter informiert und ihn bewusst wählt, um sich eventuell gegen fossile und atomare Energie zu entscheiden. Auch wenn man damit kein angeblich
regionales Unternehmen unterstützt,… ]

Genau - einfach mal Strompreise vergleichen. Hab nach erneuter Preiserhöhung meines alten Anbieters (der sich regional nennt und doch irgendwie zu einem der vier Großen - hier RWE - gehört) nun endlich auch mal das gemacht, was immer und überall bei anderen Produkten und Dienstleistungen üblich ist, ich habe mal verglichen - ohne dem Erderwärmungshype nun total zu verfallen. Und siehe da, Ökostromanbieter gefunden, die zumindestens erst einmal versprechen, keine fossil oder atomar erzeugte Energie zu verkaufen, und dabei sogar noch günstigster sind……

Kommentar von Arm am 9. Juni um 13:47 Uhr

Wer die weltweite Entwicklung des Energieverbrauchs im letzten Jahrhundert versteht, wohin die Reise heute geht. Kyoto, G8 Klimaziele (”in Betracht gezogen”), das 3 Liter Auto, Kerosinsteuer, Energieausweis für Gebäude usw. : Alles nur Kosmetik.

“Es war die größte Party, die die Welt je gesehen hat“, sagt der Energieexperte Kjell Aleklett von der Universität
Upsala: „Jetzt geht die große Ölparty zu Ende, und wir müssen mit einen schweren Kater rechnen.“ 100 Jahre
drehte sich die Weltwirtschaft vor allem dank der vielseitigen schwarzen Schmiere. Zwar werden die Quellen nicht
von heute auf morgen versiegen. Doch viele Wissenschaftler erwarten, dass schon in wenigen Jahren die dann
stetig sinkende Fördermenge nicht mehr ausreicht, den Bedarf zu decken. Sie warnen vor Wirtschafts- krisen und
Verteilungskämpfen, wenn die Suche nach Alternativen zum Öl nicht mit aller Macht vorangetrieben wird.” (GreenpeaceMagazin als .pdf)

Interessant wird der Tag, an dem sich die G8 in die Haare bekommen, weil es dann nicht mehr heißt: Wir reichen gegen die Armen, sondern: Jeder gegen Jeden.

Solange aber alles weiter gutgeölt weiterläuft, wird die Masse auch weiter unvernünftig Denken. Nachdem der westliche Lebensstil jetzt weltweit kopiert wird, ist auch klar, dass eine “freiwillige” Umkehr nicht mehr realistisch ist….

Kommentar von DaRockwilda am 9. Juni um 15:06 Uhr

… und bi zuletzt werden die Regierungen vor Allem den Bürger zum Energiesparen auffordern, während die Energiefresser Krieg etc. fortgeführt werden so lange es geht, muss ja schließlich sein nicht war? Al-CIAda und so.

Allgemein ist unabhängig davon ob Peak Oil jetzt stimmt oder nicht ratsam, ein möglichst Energieautonomes Heim zu errichten und Leben zu führen.

Kommentar von koppino am 9. Juni um 16:40 Uhr

wichtig nach meiner ansicht wäre zubeispiel ein dezentrales energienetz in bürgerhand … das würde vom ölmarkt abkoppeln und die bürger nicht zu sehr schröpfen, aber ich könnte mich auch täuschen?

Kommentar von Arm am 9. Juni um 19:34 Uhr

In der vielleicht besten Kritik, die ich bisher zu dem G8-Gipfel gelesen habe, wird auch etwas zu dem Klima-Geschwätz und dem wahren Problem, der Verschwendung von Ressourcen gesagt. Hier ein treffender Vergleich:

Stellen Sie sich eine Familie mit einem kleinen Garten vor, die vom Rest der Welt abgeschnitten ist. Es handelt sich um ein quasi-geschlossenes System. Der Garten erzeugt so viel Lebensmittel und sonstige Ressourcen, dass die Familie davon gut leben kann. Zudem beinhaltet der Garten einen Fluss, der durch die biologischen Selbstreinigungskräfte die Ausscheidungen der Familie reinigen kann, so dass immer hinreichend sauberes Wasser für Familie und Garten zur Verfügung steht. Alles in allem lebt die Familie in einer Art Miniparadies und könnte glücklich sein. Sie muss sich ein wenig im Gartenbau engagieren. Die wenigen Tiere, die im Garten leben, sorgen noch für Milch und ab und zu einen Sonntagsbraten, wenn man sorgsam und verantwortungsvoll wirtschaftet. Alles könnte so schön sein wenn …., ja wenn nicht ein Mitglied der Familie nicht genug bekommen kann. Er will alle Tiere für sich und nicht nur Sonntags seinen Braten genießen, sondern jeden Tag drei Mal. Er frisst so viel, dass er selbst ungesund verfressen ist, krank wird und vor allem das Essen für die anderen knapp wird. Er hortet zudem, und wenn seine gehorteten Lebensmittel schlecht werden, kippt er sie ins Abwasser. Sein enormes Übergewicht führt auch dazu, dass er viel mehr Ausscheidungen hat als normal, so dass der Fluss an die Grenzen seiner Reinigungskraft kommt und verschmutzt.

Wo würde man jetzt das Problem sehen? Wie würde man herangehen, um das Problem zu lösen? Stellen Sie sich nun vor, dass die Gartenbewohner ausschließlich darüber diskutieren, dass man einen Filter hinter die Toilette einbauen müsste, um irgendeinen Ausstoß zu verringern. Und stellen wir uns vor, dass jene Gartenbewohner nicht erst für 2050 jene Maßnahme andenken, sondern sofort beschießen und sogar umsetzen. Was wäre gewonnen? Der Ausstoß wäre ja nicht „verschwunden“. Er würde jetzt zwar den Fluss nicht mehr verunreinigen sondern „nur“ irgendeine Ecke des Gartens als Feststoff, oder die Luft als Gas, aber „weg“ ist er nicht. Aber was hat sich an der eigentlichen Problematik der Verschwendung von Ressourcen geändert? Gar nichts! Der Typ frisst sich immer noch dumm und dicker, der Rest der Familie hat immer noch weniger zu Essen und lediglich ein Teilbereich eines Folgeproblems wäre verlagert. Was aber passiert, wenn ein zweites Familienmitglied sich nun auch entscheidet, so verschwenderisch zu werden?

Das Problem dieser Welt besteht nicht in irgendeinen Ausstoß sondern in der zügellosen Verschwendung der Ressourcen, aller Ressourcen!

Wenn man die Natur, andere Länder und insbesondere Afrika nicht so ausbeuten würde, müßte man auch nicht eine Problemlösung “in Betracht ziehen”!

…..Scheinlösungen sind Zeitverschwendung…..

Kommentar von Arvid am 9. Juni um 23:17 Uhr

Im Peak-Oil-Forum wird dieses Thema vertieft und in vielen Facetten diskutiert.

Herzlich willkommen,

Arvid

Kommentar von gustav am 10. Juni um 06:26 Uhr

Ich denke, es existieren schon lange Alternativen zur Energiegewinnung.
Leider werden die solange in den Schubladen bleiben, bis entweder ein Denkprozess einsetzt oder der letzte Tropfen Öl, die letzte Kohle usw. verbraucht ist.
Kernenergie ist keine Alternative.

Kommentar von koppino am 10. Juni um 09:49 Uhr

@ gustav
das ist richtig, Alternativen gibt es auch schon lange, nur wurden durch die Privatisierung und die (aus meiner Sicht) Monopolbildung bei den Stromanbietern auch alternativere und ideenreiche Unternehmen aufgekauft und die alternativen Pläne in Panzerschränken oder im Keller gelagert, das hätte zu viel Geld gekostet, das hätte die Aktienkurse gedrückt … Nein, wirklich, das wäre nicht Wettbewerbsfähig gewesen.

Nun gibt es diese Initiative:
http://www.atomausstieg-selber-machen.de/
Dabei verzichten 3 dieser Anbieter auch auf fossile Energie!

Zudem ist die Atomenergiefrage mehr als kritisch
den auch Wasserdampf ist ein Treibhausgas (hierbei verzichte ich auf Quellen, weil mir manches als strittig erscheint, wen es interessiert muß selber suchen und wird sicher fündig werden)
und auch dieser Artikel über das Thema Experimente ist mir in den Massenmedien niemals begegnet.

Kommentar von Fahrenheit am 10. Juni um 21:09 Uhr

Wasser als Treibstoff.

Das wäre doch was, oder?

Kann mensch aus einem Liter Wasser 1860 (Volumen -) Liter Gas gewinen, das dann auch noch völlig ohne CO², CO und ohne (Ruß-) Partikel verbrennt?

Hier scheint man der Lösung schon näher zu sein:

Kein CO2, kein CO, keine Staubpartikel und man braucht dazu keine Raffinerie, keine Tanker, keine Pipeline und keine umständliche Bohrerei auf Inseln im Meer oder in den Wüsten der Welt.

Wo´s Wasser gibt und ein wenig Strom, da kommt es schon: Powergas.

Es verbrennt um 2960 Prozent reiner als Erdgas, wenn man es in Otto-Motoren einsetzt, man braucht keinen Katalysator und hat mit höheren Brenn-Temperaturen einen höheren Wirkungsgrad.

Und es kostet soviel wie eben Wasser kostet und ein bisschen Strom.

Die großen Mathematiker, die sich allerorts immer gleich finden, wenn etwas Neues auf die Welt zukommt, errechneten, dass mit einem Kubik-Kilometer Meerwasser der gesamte Energie-Bedarf unseres Planeten auf ein Jahr gedeckt werden könnte.

Doch noch wehrt sich alle Welt dagegen: Die einen weil sie sich ihre Weltherrschaft mit dem Tausch Öl gegen Papier(-Geld) sichern konnten und die anderen, weil sie es denen gleichtun und alle Welt von ihrem Gas, das über Pipelines aus dem entferntesten Eck Sibiriens kommt, abhängig und gefügig machen wollen.

Hier der ganze Artikel

Kommentar von Fahrenheit am 10. Juni um 21:32 Uhr

Ein Artikel zum Antrieb mit Wasser (allerdings wohl ein anderes Verfahren als gerne gewünscht*) ist bei der Technischen Universität Berlin zu finden. Auzug:

Es ist eine Weiterentwicklung der Heißwasserrakete ”Aquarius”, an der die 1991 auf studentische Initiative hin gegründete Arbeitsgemeinschaft Thermische Wasserrakete (AGTWR) am TU-Institut seit sieben Jahren erfolgreich forscht. Als Treibstoff benötigt das Antriebssystem lediglich Wasser.

Die Funktionsweise des Antriebs ist einem Dampfkochtopf nicht unähnlich. In einem geschlossenen Tank wird das Wasser so lange erhitzt, bis es den gewünschten Druck von 50 bar erreicht hat. Wird der hinten am Tank befindliche Verschluß geöffnet, strömt das überhitzte Wasser durch eine Düse aus, wobei es teilweise verdampft und beschleunigt wird.

Die Folge: Der Schlitten, auf dem das Antriebssystem montiert ist, setzt sich mit rasantem Tempo in Bewegung. Dabei kann der Schlitten entweder auf einer Schiene oder frei auf Rollen laufen. Wenn eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht ist, löst sich der Raumtransporter vom Schlitten ab und steigt mit Hilfe seines eigenen Antriebs gen Himmel.

Kommentar von Fahrenheit am 10. Juni um 21:34 Uhr

Rußfrei fahren mit Wasser - Diesel: uni köln

Kommentar von koppino am 10. Juni um 21:53 Uhr

@ Fahrenheit

entsteht bei dieser “Wasser-Gas” Geschichte nicht zufällig Wasserdampf? Ist auch ein Traibhausgas!

Zudem, wenn man dem Atlas der Globalisierung trauen darf - von Le Monde - wird Wasser ein immer Kostbareres gut. Kannst du oben im Artikel auch lesen ….

Kommentar von Fahrenheit am 10. Juni um 22:06 Uhr

@Koppino: das ist mir wohlbekannt.

Allerdings glaube ich, dass nicht nur ein Faktor an der Klimaerwärmung Schuld trägt.

Sofern man aber andere, weit schädlichere Umwelteinflüsse beseitigen kann, dann wäre das zumindest eine Zwischenstufe, die es zu Überlegen gilt.

Kommentar von Rainer am 11. Juni um 14:19 Uhr

@koppino

und auch dieser Artikel über das Thema Experimente ist mir in den Massenmedien niemals begegnet.

Doch doch, die sehenswerte ZDF-Dokumentation ist vor etwa einem Jahr tatsächlich ausgestrahlt worden, wenn auch selbstverständlich zu einer unmöglichen Sendezeit, so um Mitternacht herum. Mit Augenzeugenberichten von der seltsamen Feuersäule und Aussagen von verschiedenen unabhängigen Gutachtern, die sich auch umfassend zu den Kügelchen äußern. Die ganze traurige Angelegenheit ist wirklich eine absolute hochkriminelle Sauerei von Teilen der Politik und Industrie und eine richtig widerliche Gruselgeschichte aus Frankensteins Küche. Nur das sie leider Realität ist.

Dabei verzichten 3 dieser Anbieter auch auf fossile Energie!

Wie glaubwürdig sind denn die Zertifizierungen? Ich bin da doch sehr sehr mißtrauisch, obwohl ich schon gerne wechseln würde, auch wenn ich dann halt mal 2 oder auch 3 Cent mehr bezahle. Würde die Atomkraft angemessen versichert und dürften die Rückstellungen für die Entsorgung nicht so hoch sein, würde die KWh Atomstrom wohl bald 2 Euro kosten, oder?

MfG

Kommentar von Fahrenheit am 11. Juni um 15:08 Uhr

Kommentar von koppino am 10. Juni um 21:53 Uhr
@ Fahrenheit
entsteht bei dieser “Wasser-Gas” Geschichte nicht zufällig Wasserdampf? Ist auch ein Traibhausgas!

Hm, also wenn man z.B. einen Abluft - Wäschetrockner nimmt, der würde auch Wasserdampf erzeugen - sprich Treibhausgas.

Im Baumarkt gibt es Wasserauffangbehälter - wo der Wasserdampf durch Kaltes Wasser muß und somit wohl auch neutralisiert wird.

Ich denke mal, das so etwas auch bei Autos möglich ist.

Kommentar von bruce1337 am 11. Juni um 15:24 Uhr

Was Wasserdampf als Treibhausgas angeht:

Man sollte bedenken, dass Wasserdampf im Gegensatz zu CO2 auch einen gegenteiligen Effekt haben kann — Wolken reflektieren schliesslich Sonnenlicht. Ausserdem ist es ein wesentlicher Unterschied, ob man CO2 aus fossilen, inaktiven Vorkommen freisetzt oder Wasser von der Erdoberfläche/-atmosphäre kurzzeitig mal den Aggregatzustand wechselt. Ins Klima spielen soviele Faktoren mit rein, z.B. auch Verdunklung von Schneedecken durch Ruß, dass es quasi unmöglich ist, das System in all seiner Komplexität zu durchschauen (das gilt auch für die IPCC) — geschweige denn in einfachen Formeln zu beschreiben.

Kommentar von Arm am 11. Juni um 16:41 Uhr

@bruce1337
…die erwähnte Reflektion ist es doch gerade, was die Wirkung eines Treibhauses erzeugt: Das Glas (oder der zusätzliche Wasserdampf) läßt nur einen gewissen Anteil von Sonnenstrahlen durch - und zwar in beide Richtungen.

….unser Problem ist nicht die Technik, sondern unser Lebensstil….

Kommentar von doerk am 13. Juni um 12:54 Uhr

Meine dringende Film-Empfehlung:
“A Crude Awakening - The Oil Crash”
CH/USA, 2006
inzwischen mehrfach international preisgekrönt.
Ausschnitte liefen inzwischen schon bei 3SAT “NZZ”.

Kommentar von EU-Verfassung « mein Notizblog am 13. Juni um 13:35 Uhr

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