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Israel zerstört Beduinendorf, will jüdische Siedlung errichten

Haaretz:
“Die Israel Land Administration (ILA) hat mit der Hilfe einer großen Menge Polizisten und Soldaten in den nicht anerkannten Beduinensiedlungen Al-Hiran und A-Tir Dutzende Hütten zerstört.

Die ILA evakuiert die Einwohner und zerstört die Siedlung (sic), die auf Land errichtet wurde, welches dem israelischen Staat gehört,
um auf demselben Boden eine jüdische Siedlung mit dem Namen ‘Hiran’ aufbauen zu können. Bislang wurden 14 Hütten von Bulldozern zerstört, in denen ungefähr 100 Menschen lebten.
Die beduinischen Frauen versuchten ihre Kinder aus den Hütten zu holen, doch die Polizei wollte den Vorgang beschleunigen und trug die Laufställe der Kinder mitsamt den Kindern darin weg, ohne die Mütter in die Nähe ihrer Kinder kommen zu lassen.

Laut Adallah, dem Legal Center for Arab Minority Rights in Israel, lebten die Beduinen seit 51 Jahren in dieser Siedlung. Sie wurden 1956 unter kriegsrechtlichen Bedingungen an diesen Ort deportiert. Ihr ursprünglicher Wohort wurde dem israelischen Kibbutz Shoval zugeteilt, während sie selbst 3000 dunam (israelische Maßeinheit) Land pachten durften.

Im August 2001 veröffentlichte die ILA einen Bericht über die Errichtung neuer israelischer Siedlungen, der auch Hiran beinhaltete. Die in der Gegend lebenden Beduinen wurden in dem Bericht unter ‘besonderen Problemen’ geführt, welche die Errichtung der israelischen Siedlung behindern könnten.

Die israelische Regierung genehmigte die Errichtung Hirans im Jahre 2002, und 2004 erhielten die Behörden einen Gerichtsentscheid, der behauptete die arabischen Bewohner Al Hirans sollten evakuiert werden, weil sie Regierungsgelände ohne Erlaubnis benutzen würden.”

Na wie klingt das?

Israel deportiert arabische Beduinen zwangsweise in irgendein Gebiet. Dann entscheidet Israel dass dort jetzt doch lieber Juden wohnen sollten und deportiert die Beduinen abermals. Weil sie dort, wo sie zuerst hintransportiert wurden, illegalerweise waren?!

Das einzige Verbrechen, das diese Beduinen begangen haben war es, auf dem Fleck Land zu wohnen, den sich Zionisten und intrigante Weltmächte für die “Errichtung” des “jüdischen Staates” ausgesucht hatten.

Dieser Staat hat ein Existenzrecht, das schallt aus jeder Richtung wenn es um den Nahen Osten geht. Aber was ist mit dem Existenzrecht dieser “Ureinwohner” Palästinas? Haben die kein Existenzrecht? Sind sie nur Objekte, die man im Falle der Kinder wie Vieh, eingezäunt in einen Käfig, wegschafft wenn sie den Plänen der Mächtigen im Wege stehen?

Artikel zum Thema:

Israel zerstört wieder palästinensische Häuser in der Westbank

Araber hier nicht erwünscht

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 27. Juni 2007 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Internationale Politik eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Memphis_Blues am 27. Juni um 09:26 Uhr

Das erinnert mich sehr, an die nordamerikanischen Ureinwohner!

Kommentar von Grom am 27. Juni um 14:32 Uhr

Wer Wind säht wird Sturm ernten und wenn es einen Gott gibt, wird eines Tages jeder für seine “Taten” Rechenschaft ablegen müssen.

Kommentar von DaRockwilda am 27. Juni um 14:43 Uhr

@Grom:

Es wäre nur schön, wenn wir für diese Rechenschaft nicht auf Gott warten müssen… der lässt sich nämlich Zeit.

@Memphis Blues:

Denkbarer Vergleich. Den Indianern wird ja heute noch der Giftmüll in ihre “Reservate” geschmissen. Sind auch nur “besondere Probleme” die man aus der Welt schaffen muss.

Kommentar von Basilisk am 27. Juni um 15:29 Uhr

Ein Staat hat kein Existenzrecht, das haben nur die Menschen und zwar alle. Er definiert sich als Gemeinschaft aller seiner seiner Bewohner innerhalb seiner Grenzen, und vertritt diese nach aussen. Andere Staaten können diese Gemeinschaft als Staat anerkennen, nicht aber dessen Existenz. Das ist vor allem eine interne Angelegenheit dieser Gemeinschaft. Ein reiner Judenstaat widerspricht schon deshalb dem Völkerrecht. Israel verlangt hingegen mit dem Hinweis auf den Holocaust Sonderrechte. Deshalb haben die Zionisten es durchgesetzt, das dieser Holocaust nicht diskutiert werden darf, obwohl er sehr schwammig definiert ist (jede kritische Äusserung wird als Leugnung gebrandmarkt) Wichtigster Punkt des Holocaust ist die Aussage, das er einmaliges, noch nie da gewesenes Verbrechen war, bei dem ein Volk völlig grundlos fast ausgerottet wurde. Das stimmt aus verschiedenen Gründen nicht, Genozide gab es schon viele (auch nach dem Holocaust) und noch bedeutend grössere. Oder war etwa der Landraub ein berechtigter Grund die Indianer auszurotten? Auch die Indianer hatten ihren “Holocaust” aber ist es je jemanden in den Sinn gekommen das Leugnen der Vernichtung der Indianer zu verbieten? Nein, ganz im Gegenteil es wurden tausende von “Wildwestfilmen” gedreht, bei denen die Indianer als blutrünstige Monster dargestellt wurden und deren Ermordung ein Heldentat war. Für die US-Bevölkerung ist das eben Geschichte, aus und vorbei. Die Zionisten verlangen hingegen von Deutschland speziell und praktisch von allen nicht Juden die Anerkennung einer Erbschuld. Die gibt es aber nicht, und schon gar keine Erbunschuld, die die Zionisten glauben zu beanspruchen können. Oder ist etwa der Sohn eines Ermordeten lebenslänglich schuldlos und kann tun was er will, in dem er behauptet er sei immer noch von den Nachkommen des Mörders bedroht ? Diese würden auch versuchen die ganze Welt davon zu überzeugen, dass er auch ermordet werden muss. Absurd, aber es ist in etwa die Argumentation der Zionisten. Nach ihnen haben alle Menschen einen unheilbaren und angeborenen Judenhass (kritische Juden inklusive, dort Selbsthass genannt). Nur die Zionisten nicht, diese haben mit Gott ein Bündnis geschlossen, und er hat ihnen dafür Erez Israel zur alleinigen Nutzung geschenkt.
So einfach ist das.

Kommentar von Ingo Wobig am 27. Juni um 16:11 Uhr

@Basilisk
Klare Worte, aber sehr, sehr dünnes Eis.

Kommentar von Basilisk am 27. Juni um 16:41 Uhr

Klare Worte, aber sehr, sehr dünnes Eis.

Ich weiss ich bin provokativ, aber wenn man im nahen Osten endlich etwas erreichen will, muss man halt dafür sorgen, dass das Eis dicker wird. Um es noch einmal zu betonen: ich leugne den Genozid an den Juden nicht, ausser ein paar ewig gestrigen Idioten tut das auch niemand. Aber Rassismus bleibt Rassismus gleich vom wem er auch ausgeht. Erfahrenes Leid ist keine Entschuldigung solches anderen anzutun .

Kommentar von Israel zerstört Beduinendorf, will jüdische Siedlung errichten « deutsche am 27. Juni um 18:49 Uhr

Kommentar von Arm am 27. Juni um 19:11 Uhr

Ohne einseitige Unterstützung auch in unserem Namen wären diese Verbrechen des israelischen Regimes nicht denkbar - Merkel’s commitment to Israel (video)

Kommentar von stalker am 27. Juni um 19:46 Uhr

KROKODILSTRÄNEN
von Uri Avnery Alternativer Friedensnobelpreisträger
uri-avnery.de / ZNet Deutschland 16.06.2020

ZNet > Naher Osten > Palästinensische Gesellschaft
WAS GESCHIEHT, wenn anderthalb Millionen Menschen auf einem winzigen, unfruchtbaren Streifen Land eingesperrt sind, abgeschnitten von ihren Landsleuten und jedem Kontakt zur Außenwelt, Opfer einer wirtschaftlichen Blockade und nicht mehr in der Lage, ihre Familien zu ernähren?

Vor einigen Monaten beschrieb ich diese Situation als ein soziologisches Experiment Israels, der USA und der EU. Die Bevölkerung des Gazastreifens diente als Versuchskaninchen.

In dieser Woche zeigte das Experiment Ergebnisse. Sie beweisen, dass menschliche Wesen genau wie andere Lebewesen reagieren: wenn zu viele von ihnen in einem kleinen Gebiet unter miserablen Bedingungen zusammengepfercht sind, werden sie aggressiv und sogar mörderisch. Die Organisatoren des Experimentes in Jerusalem, Washington, Berlin, Oslo, Toronto und anderen Hauptstädten konnten nun befriedigend ihre Hände reiben. Die Opfer des Experimentes reagierten, wie vorauszusehen war. Viele von ihnen starben sogar.

(…)

(edit by admin: bitte nur Auschnitte von Artikeln in die Kommentare, und Link dazu. Danke.)

Kommentar von chrisi am 27. Juni um 19:51 Uhr

@Basilik
Ja ich befürworte deinen Kommentar!
In den letzten hunderten von Jahren wurde so viel Unheil angerichtet. Systematisch.
Davon spricht kein Mensch mehr. Dies war auch Holocaust!!!
Ich bin keine braune, aber verurteile es zu tiefst, so hingestellt zu werden!
Wenn man davon ausgeht, was alles an “Zeitgeschichte” geschehen ist und die folgenden Reaktion erhält, man sei Nazi, nur weil man kritisch über die ganze Sachlage nachdenkt - dann ist dies furchtbarst. Man darf heutzutage keine Äußerungen von sich geben, ohne so hingestellt zu werden. Man bekommt Verfolgungswahn.
Ich kann nichts dafür das dies alles passiert ist - aber möchte es ein weiteres Mal vermeiden können.

Kommentar von DaRockwilda am 27. Juni um 22:55 Uhr

@Basilisk und Chrisi:

Will mal allgemein was anmerken.

Der Skandal ist nicht dass die israelische Regierung im Tandem mit der Israellobby (die aus zionistischen Juden und Christen besteht) auf Grund des Holocausts eine gewisse Sonderbehandlung fordert, sondern dass andere sie ihr gewähren. Sprich, wir sollten uns mehr mit den zB deutschen Politikern beschäftigen die dann im Namen des deutschen Volkes gewisse Sonderbehandlungen gewähren anstatt mit denen die es aus Israel fordern.

Die Forderungen vor dem Hintergrund des Holocausts sind nur so lange effektiv solange sie auf Gehör stoßen.

Kommentar von mupo am 27. Juni um 23:48 Uhr

Noch trauriger ist, dass die Palästinenser dem arabischen Nationalismus folgend, selbst Wegbereiter für ihr eigenes Leid waren:

“1916 Die Palästinenser beteiligen sich am Aufstand der Araber gegen die Osmanen und schlagen sich auf die Seite der Alliierten im 1. Weltkrieg unter dem Versprechen nach dem Krieg die Unabhängigkeit zu erhalten.”

Kommentar von basilisk am 28. Juni um 09:13 Uhr

@ Rock
Da hast du sicher recht. Die Frage ist nur wie frei sind sie, das zu tun. Jürgen Möllemann wird uns diese Frage nicht mehr beantworten.
In den US Parlamenten darf man so ziemlich alles sagen. Nur nichts gegen Israel, sonst ist man draussen. Das haben schon viele US Politiker bestätigt. Geld regiert die Welt ist wahrscheinlich der zutreffenste Spruch den es gibt.

Kommentar von chrisi am 28. Juni um 14:19 Uhr

@Rock
basilisk kam mir mit Beispiel Möllemann zuvor. Man vergesse aber auch Bartschel nicht (glaub schon, daß er so hieß).
Auf die ganzen Politiker in unserem Land - egal welche Partei braucht man wirklich nicht zu hoffen. Die trauen sich erst dann etwas zu sagen, wenn die Arbeit das Volk erledigt hat. Und man vergesse nicht, wenn diese Politiker keinen persönlichen Nutzen mehr erwarten können. Also bleibt die Arbeit am Volk hängen - aber meine Feststellung ist, hier und in anderen Ländern (sind ja wir in Deutschland nicht allein) hat die Mehrheit der Bevölkerung vorerst noch die Einstellung - solange es mir noch einigermaßen gut geht. Solange unternehmen sie NICHTS! Im Gegenteil, wenn man kritische Äußerungen über die herrschende Politik von sich gibt, muß man sich auch noch anfeinden lassen etc.
Stolperte heute wieder mal auf die Seite von Lyndon LaRouche und finde er hat zu diesem Thema einen tollen Kommentar gemacht. Aber man muß in ganz durchlesen - ist aber lang.
Dadurch hab ich festgestellt, daß wir das Volk in der Schule absolut nichts lernen - der größte Teil zumindest. Wir werden für blöd gehalten.
Wer Lust hat kann sich den Kommentar ja reinziehen:

http://www. solidaritaet. com/neuesol/2007 /26/larouche.htm

Kommentar von chrisi am 28. Juni um 14:56 Uhr

Teil I von LaRouche - ist kurz:

http://www. solidaritaet. com/neuesol/2007/ 24/frieden.htm

Kommentar von pony_huetchen am 28. Juni um 15:09 Uhr

@ chrisi
Da ich LaRouche (ich will das jetzt hier nicht weiter ausführen) für in vielerlei Hinsicht sehr “grenzwertig” (das ist eine mehr als wohlwollende Beschreibung) halte, habe ich die Links gestreckt. Jeder, der meint er müsste, kann sie sich leicht wieder zusammenbauen.

Kommentar von chrisi am 28. Juni um 15:42 Uhr

@pony
Kein Problem.
Will nur deine Meinung zu ihm hören. Was stört dich an ihm etc.
Befasse mich noch nicht allzulange mit diesen Sachen und brauche auch deswegen eure Meinungen - vor allem nicht nur ich lese diese Artikel hier im Netz.
Hoffe auf Antwort mit Erklärung - und versuche Nachsicht mit mir zu haben. Danke Dir

LG Chrisi

Kommentar von antonym am 28. Juni um 16:55 Uhr

Das blöde an LaRouche ist, das die im Prinzip einen an der Waffel haben. Gehen grundsätzlich davon aus, dass ihr Guru ein “Genie” ist und sie, nur sie die Wahrheit kennen.

Davon unbenommen findet man manchmal in den Artikeln von denen durchaus brauchbare Informationen, aber der ganze Laden besteht halt aus geistigen Zombies. Vergleichbar z.B. mit der “Silo”-Bewegung.

Hier in Berlin sieht man die manchmal herumstehen, zuletzt im letzten amerik. Präsidentschaftswahlkampf gesehen. Kommen ungefähr so seriös wie rüber wie die der Typ mit seinem Schild das die ganze moderne Physik falsch ist und er hat’s rausgefunden :)

Kommentar von chrisi am 28. Juni um 17:06 Uhr

Na super und ich fall auf die auch noch rein!!!!

Danke Dir antonmy

Kommentar von pony_huetchen am 28. Juni um 17:15 Uhr

Hallo Chrisi,
die ganze Truppe geriert sich populistisch, mit teilweise auf den ersten Blick “netten” Denkansätzen versuchen sie vor allem im alternativen Spektrum - also im Grunde bei Leuten wie uns, die nicht rechts / links Parteigänger sind, zu punkten.

Aber Vorsicht: Der Verein ist sektengleich organisiert, hat seinen Anhängern auf übelste Weise Geld aus der Tasche gezogen, hat innerhalb der Organisation absolut undemokratische, ja diktatorische Züge, Machtstrukturen, bei denen sich alles auf die Galleonsfigur LaRouche konzentriert .

Der ist nicht etwa ein engagierter Demokrat, um den sich Aufrechte scharen, sondern ein hinterhältiger Rattenfänger und Geldschneider.

Stecken hinter einer Organisation derartige Strukturen und Personen, erübrigt sich für mich eine detaillierte Beschäftigung mit den Inhalten, solange es ein kleiner, gesellschaftlich unbedeutender Haufen bleibt. Sie sind zum Glück einflußlos genug, als das man sich damit auseinander setzen muss, um in der allgemeinen Debatte ihre ideologischen Wurzeln (die sind als eine bunte Mixtur von dem, was ankommen könnte darstellt) zu entlarven.

Ich kann nur sagen: Finger weg von LaRouche und Büso. In ihrem “Recruiting” kommen sie mir vor, wie die Scientologen - also was man hört und liest, wie sie Menschen ganz vereinnahmen und dann blechen lassen.

:-) pony

Sogar Wiki weiß das schon - sehe ich gerade.

Ach ja, die Truppe unterhält ‘zig Websites mit unterschiedlichen Namen, um so auch durch die kalte Küche auf Seelenfang zu gehen.

Hier mal ein Überblick

Kommentar von chrisi am 28. Juni um 17:46 Uhr

@Pony
Danke Dir - wäre glatt bei denen reingefallen. Aber vielleicht hast Du mir nicht nur alleine geholfen!
Werde mich in Zukunft vor diesen Seiten hüten.
Wie gesagt - Danke

PS: Bist schon ne Schau - wie Du Dich überall auskennst.
Gut, daß es Euren Blog gibt!!!

LG Chrisi

Kommentar von Sitting-Bull am 28. Juni um 19:24 Uhr

Zu LaRouche: So ziemlich alles was dort steht, ist wahr. Allerdings hat pony recht: diese Leute sind nicht zu gebrauchen. Meines Erachtens neben United for peace and justice die am stärksten Co-Intel-Pro durchsetzte “Opposition”. Ach, vielleicht noch Nesara. Sinn und Zweck ist die Goldsteiniesierung. Man soll denken, es gäbe Opposition, der man sich anschließen kann. Oder dass man es gleich lässt, gibt ja schon jemand, der sich darum kümmert.

Wir haben da ein altes Sprichwort in Texanian: Narr mich einmal- und du kannst nie wieder genarrt werden.

Kommentar von Nemo am 28. Juni um 19:27 Uhr

Ich kann nur sagen: Finger weg von LaRouche und Büso. In ihrem “Recruiting” kommen sie mir vor, wie die Scientologen - also was man hört und liest, wie sie Menschen ganz vereinnahmen und dann blechen lassen.

Ich hatte mal einen Kollegen, der bei dem Verein mitgemacht hat und sehe mich daher bemüßigt, dieser recht harten Verurteilung (”Rattenfänger”) zu widersprechen.

Das Sektenartige und die Fixierung auf den Guru ist mir allerdings auch aufgefallen, sowie eine sehr ausgeprägte einseitige Fixierung auf Technik, Industrie und Wachstum, mit denen jedes Problem gelöst werden soll. Das hat mich wenig überzeugt, da ich hier einige grundsätzlich andere Ansichten habe.

In den Publikationen wird stets sehr wissenschaftsorientiert argumentiert (was m.E. ein Widerspruch zur Fixierung auf den großen Zampano ist), die Betonung von Bildung und Humanismus spielen jedoch eine wesentliche Rolle. Viele Fakten in dem Wiki-Artikel klingen durchaus positiv, das kann ich so bestätigen, bei den Vorwürfen und Beschuldigungen weiß man nicht genau, was Fakt und was nur Gerücht ist. Ich wäre da mit üblen, unbelegten Beschimpfungen ein bisschen zurückhaltender, denn die Büsos dürften auch in herrschenden, neoliberalen Kreisen nicht sonderlich gut notiert sein und folglich eine schlechte Presse haben.

In der Analyse und Kritik (der bestehenden Verhältnisse) finde ich vieles, was Büso schreibt, recht prägnant und zutreffend. Nur bei der Therapie habe ich meine Zweifel.

Die Büsos scheinen sehr aktiv und von einem unausrottbaren Optimismus beseelt, der sie trotz endloser Niederlagen immer wieder neu auf- und antreten lässt, auch bei Wahlen auf unteren Ebenen. Dann kommen sie aber jedes mal mit ihren komplizierten Ansätzen und Welterklärungen, was (allein schon wegen der fortschreitenden Volksverdummung) folgerichtig zu Wahlergebnissen um Nullkommanull führt. Wer einen Kommunalwahlkampf mit Losungen um Transrapid, Weltraumwaffen und Neue Seidenstraße führt, hat m.E. ein bisschen das Thema verfehlt und verdient eher Mitleid als Argwohn.

Na, ich höre lieber auf, denn es ist wohl zu sehr OT und ich nehme an, dass es so schon für eine strenge Ermahnung reicht.

Kommentar von chrisi am 28. Juni um 20:10 Uhr

@sit
Wenn alle hier es für falsch erklären - warum du nicht. Für mich
persönlich kann ich nur sagen, mir haben diese Beiträge schon die Augen geöffnet. Z.B. hatte ich immer nur diesen Gedankenszug das die USA die Weltmacht alleine besitzen wll. Kam so nie auf den Gedanken es könnnte auch UK sein die dahinterstecken.
Durch diesen Bericht wird mir dies mit den Bilderbergern auch klarer - und kann für mich endlich Zusammenhänge sehen.

Ich will ja kein Mitglied sein bei LaRouche - und schon gar nicht, nachdem mir Pony erklärt hat, wie die “laufen”. Und ich danke Pony dafür auch herzlich, daß sie mich aufgeklärt hat.

Werde mich trotz allem auf den Hosenboden setzen und einige “Sachen” die für mich wichtig sind recherieren.
Z.B. will ich verstehen was mit den USA-Präsis los war etc.
Entweder habe ich in der Schule geschlafen oder so.
Auf alle Fälle interessiert es mich.

Werde die Seiten von LaRouche auf alle Fälle von meinen Favoriten entfernen - aber trotzallem unverbindlich wieder mal hinheinlesen!

Danke Euch allen! Habt mir geholfen - und die Augen geöffnet.

Kommentar von pony_huetchen am 28. Juni um 20:10 Uhr

@ Nemo

Die Methoden der Mitglieder-”Werbung” und “Betreuung” habe ich nicht aus der Presse, sondern die weiß ich aus zwei Fällen “live”. Erst dadurch wurde ich aufmerksam auf die Truppe hier in Deutschland.

Zu den Positionen: Selbst als naturwissenschaftlich und technisch mehr als interessierter Mensch, geht mir die Techniklastigkeit der LaRouch’schen Denkungsart mehr als gegen den Strich, ich halte sie für äußerst problematisch und politisch falsch. Ganz abgesehen von der Transrapid-Geschichte, zu der ich einen Roman schreiben könnte, habe ich doch das ganze fragwürdige Projekt schon lange - auch filmisch - kritisch begleitet (nicht die Technologie, sondern die politischen Implikationen). Genau daran ließe sich exemplarisch nachweisen, wohin eine Technikgläubigkeit - in diesem Falle gepaart mit einer Endlos-Lizenz zum Geldeinsacken vom Staat - führt.
Genauso wie Sit vermute ich andere Intentionen hinter seinen z.T. akzeptablen rein theoretischen Ansätzen und Einschätzungen (die er ja nun nicht neu erfunden hat). Aber: Ja - ich halte ihn für einen Seelenfänger.

Menschen, die nach einer politischen Orientierung suchen, rate ich deshalb guten Gewissens von ihm ab.

Also: LaRouche - nein danke!

Das Inhaltliche trenne ich zudem nicht von der Person, die es formuliert. Erst wenn alles zu einer Einheit verschmilzt, erhält jemand mein (uneingeschränktes) Plazit. Und Humanismus predigen, aber gleichzeitig Totalitarismus praktizieren - da ist bei pony Schicht im Schacht :-)

Kommentar von Sitting-Bull am 28. Juni um 21:39 Uhr

@sit
Wenn alle hier es für falsch erklären - warum du nicht.

Ich glaube ich bin indifferenter als der Rest, schaue mir auch schon mal vorbehaltlos etwas an und durchdenke alle möglichen Positionen. Das heißt nicht, dass ich mir dann kein eigenes Urteil bilde. Ich kenne LaRouche hauptsächlich wegen der wirtschaftlichen-politischen Analyse, und da hatte jeder Artikel, den ich gelesen habe (war so 2003 rum) Hand und Fuß. Das dumme ist nur, dass es nichts nützt, wenn es von Leuten wie dem LaRouche-Clan verkündet wird. Ich sage dazu immer Haßminuten, die Wahrheit darf nur von Systemfeinden erklärt werden, und da gehört LaRouche sicherlich zu. Aber wie bei “1984″ vermute ich, dass es gesteuert ist, dass kein eigener Antrieb dahinter steckt.
Es gibt kaum eine Möglichkeit, die Wahrheit zu verbergen. You know: “Man kann das ganze Volk eine Zeit lang täuschen und man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.” Aber wenn die Wahrheit offen vor einen liegt, aber ent-rückt, weil von Ver-rückten verkündet, das ist doch genial. (jedenfalls denken so die Eliten).

Was wir dazu gerade aktuell einfällt: Alan Greenspan hat kürzlich zugegeben, vor dem Kongreßausschuss bewußt unverständlich gesprochen zu haben, um die Finanzmärkte nicht in Aufruhr zu versetzen, die jedes seiner Wörter auf die Goldwaage legten. Er nannte es selbst scherzhaft Greenspeak. Wo blieb eigentlich der Aufruhr derer, die es nicht OK finden, wenn einfache Dinge bewußt kompliziert ausgedrückt werden, um die Märkte vor evtl. unbequemen Wahrheiten zu verschonen? Bestimmte Abläufe darf der Normalo einfach nicht verstehen, da wir ansonsten vor dem Morgengrauen eine Revolution hätten, und dazu gehört ganz sicher die Funktionsweise unseres Geld- und Zinssystems.

Kommentar von stalker am 30. Juni um 14:05 Uhr

Bagger gegen Beduinen - Israelische Armee überfällt und zerstört Araberdörfer in der Negev-Wüste
30. Juni 2007

Erneut hat die israelische Armee zwei von arabischen Beduinen bewohnte Dörfer zerstört. Die Aktion am Montag in der Negev-Wüste wurde von israelischen Polizisten abgesichert, 1500 »Sicherheitskräfte« waren im Einsatz. Nach Angaben des UN-Informationsnetzwerks IRIN wurden durch die Zerstörung von 20 Häusern mehr als 150 Menschen obdachlos. In den zwei Dörfern, Atir und Um Heiran, lebten seit 50 Jahren Angehörige des Beduinenstammes Al Qi’an. Die Bagger und Soldaten seien um acht Uhr morgens gekommen, als die Kinder in der Schule und die Männer bei der Arbeit gewesen seien, berichtete Zahara Al Qi’an. »Die Polizisten haben uns geschubst und keine Zeit gegeben, um unser Eigentum aus den Häusern mitzunehmen. Statt dessen haben sie alles genommen und beschlagnahmt. Dann kamen die Bulldozer, und als wir protestierten, beschimpften sie uns als Huren.« Die Soldaten hätten Geld, Kleidung, Goldschmuck und die Schulbücher der Kinder einkassiert, so Zahara. Ein alter Mann berichtete, daß man sogar seinen Teekessel und die Teegläser beschlagnahmt hätte…

Quelle/Gesamter Text: www.jungewelt.de

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